Boden vor Austrocknung schützen: Warum freie Beete leiden

Boden vor Austrocknung schützen: Warum freie Beete leiden

Warum nackter Boden im Sommer problematisch ist

Viele Hobbygärtner freuen sich nach der Ernte von Salat, Radieschen oder Frühkartoffeln über ein freies Beet. Doch was zunächst ordentlich und aufgeräumt aussieht, kann für den Boden schnell zum Problem werden.

In der Natur gibt es kaum dauerhaft unbedeckte Erde. Wälder, Wiesen und natürliche Pflanzengesellschaften schützen den Boden fast immer durch Pflanzen, Laub oder abgestorbenes Pflanzenmaterial. Offene Bodenflächen kommen meist nur vorübergehend vor.

Im Garten hingegen bleiben Beete nach der Ernte oft wochenlang ungenutzt. Gerade in heißen Sommern kann dies negative Folgen für Bodenstruktur, Bodenleben, Wasserspeichervermögen und Feuchtigkeit haben.

Die Sonne trifft ungebremst auf den Boden

Pflanzen wirken wie ein natürlicher Sonnenschirm. Fehlen sie, trifft die Sonne direkt auf die Erdoberfläche.

An heißen Sommertagen können sich freie Bodenflächen stark aufheizen. Die Folge:

  • Der Boden verliert schneller an Feuchtigkeit.

  • Die Oberfläche trocknet aus, je nach Dauer der Hitzephase bis in die tieferen Bodenschichten.

  • Der Boden wird anfälliger für Verkrustungen und Verfestigungen.

  • Bodenorganismen ziehen sich in tiefere Schichten zurück.

Besonders sandige Böden verlieren dabei innerhalb kurzer Zeit viel Wasser.

Wertvolle Bodenfeuchtigkeit geht verloren

Jede offene Bodenfläche verdunstet Wasser.

Je stärker die Sonneneinstrahlung und je mehr Wind auf die Fläche trifft, desto schneller trocknet die Erde aus.

Eine geschlossene Pflanzendecke wirkt dagegen wie eine natürliche Schutzschicht. Sie beschattet den Boden und reduziert die direkte Verdunstung.

Gerade in Zeiten häufigerer Hitzewellen wird dies immer wichtiger.

Das Bodenleben leidet

Ein gesunder Gartenboden besteht nicht nur aus Erde.

Milliarden von Organismen sorgen dafür, dass Nährstoffe verfügbar werden und Humus aufgebaut wird:

  • Regenwürmer

  • Springschwänze

  • Asseln

  • Bakterien

  • Pilze

Viele dieser Helfer benötigen (gleichmäßige) Feuchtigkeit und moderate Temperaturen.

Wird der Boden zu heiß oder zu trocken, nimmt ihre Aktivität deutlich ab.

Langfristig kann dies die natürliche Fruchtbarkeit des Bodens beeinträchtigen.

Regenwasser versickert schlechter

Nach längeren Trockenperioden entsteht häufig ein weiteres Problem:

Die oberste Bodenschicht verhärtet sich.

Wenn dann ein Sommerregen oder Starkregen einsetzt, kann das Wasser oft schlechter eindringen.

Statt langsam zu versickern, fließt schnell ein Teil oberflächlich ab.

Pflanzenwurzeln und Bodenorganismen helfen normalerweise dabei, feine Poren und Kanäle im Boden offen zu halten. Fehlen diese, verschlechtert sich die Wasseraufnahme häufig.

Unkräuter nutzen freie Flächen sofort

Die Natur mag keine Lücken.

Bleibt ein Beet längere Zeit frei, erscheinen oft die ersten unerwünschten Beikräuter.

Viele Wildpflanzen haben sich genau darauf spezialisiert, offene Bodenflächen schnell zu besiedeln. Dies kann natürlich auch Vorteile haben, aber bleiben wir beim Nutzbeet.

Dadurch entstehen jedenfalls zusätzliche Arbeiten:

  • Jäten

  • Hacken

  • erneute Bodenbearbeitung

Eine geplante Begrünung kann diesen Effekt deutlich reduzieren.

Humus wird weniger geschützt

Humus ist einer der wichtigsten Bestandteile eines fruchtbaren Gartenbodens.

Er verbessert:

  • die Wasserspeicherung

  • die Nährstoffversorgung

  • die Bodenstruktur

Starke Sonneneinstrahlung und häufiges Austrocknen beschleunigen jedoch den Abbau organischer Substanz beziehungsweise verändern seinen Anteil stärker.

Ein dauerhaft bedeckter Boden schützt den vorhandenen Humus deutlich besser.

Wie schützt man freie Beete im Sommer?

Zum Glück gibt es mehrere Möglichkeiten, freie Beetflächen sinnvoll zu nutzen.

Mulchen

Eine Schicht aus Rasenschnitt, Stroh oder Laub schützt die Erdoberfläche vor direkter Sonneneinstrahlung und verhindert recht effektiv Austrocknung.

Zweitkulturen anbauen

Viele zügig wachsende Gemüsearten können nach der ersten Ernte noch einmal ausgesät werden.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Radieschen

  • Pflücksalat

  • Feldsalat

  • Spinat

  • Mangold

Blumen und Insektenpflanzen aussäen

Wildblumen und Bienenpflanzen bedecken den Boden und bieten gleichzeitig Nahrung für Bestäuber. Eine Wildblumenwiese muss allerdings sorgfältig und ausreichend zeitig im Jahr angelegt werden und bis zur Etablierung besonders bei Hitze gepflegt werden.

Gründüngung nutzen

Schnell wachsende Gründüngungspflanzen bedecken den Boden innerhalb kurzer Zeit und verbessern gleichzeitig die Bodenstruktur.

Je nach Mischung können sie:

  • den Boden beschatten

  • Wasser besser speichern helfen

  • Humus fördern

  • den Boden durchwurzeln

  • Unkraut unterdrücken

Besonders nach der Ernte von Frühkartoffeln, Salat oder Spinat ist dies eine beliebte Möglichkeit, freie Flächen bis zur nächsten Kultur sinnvoll zu nutzen oder aufzubereiten.

Fazit

Nackter Boden mag auf den ersten Blick ordentlich wirken, doch aus Sicht der Natur ist er eher eine Ausnahme als der Idealzustand. Und meist überwiegen am Ende die Nachteile gegenüber einem Boden mit Bewuchs.

Offene Flächen trocknen schneller aus, heizen sich stärker auf und bieten weder dem Bodenleben noch der Bodenstruktur optimale Bedingungen.

Wer freie Beete nach der Ernte begrünt, mulcht oder mit einer Gründüngung versieht, schützt den Boden vor Hitze und Austrocknung und legt gleichzeitig den Grundstein für gesunde Pflanzen in der nächsten Gartensaison.

Tipp: Wir haben zwei hilfreiche Bodenkuren konzipiert, die helfen, ausgetrocknete Beete zu verhindern.

Unser Bodenkur-Sommermix ist eine schnellwüchsige Saatmischung für Gärten und Hochbeete, die Unkraut unterdrucken, Nährstoffe binden und durch ihren schnellen Wuchs gut zur natürlichen Beetabdeckung geeignet ist.

Unsere Trockenheits-Bodenkur ist direkt als schnelle Hilfe für ausgetrocknete Gartenböden konzipiert. Sie ist fruchtfolgeneutral, deckt sehr schnell ab, lockert eventuell schon verdichtete Böden nachhaltig auf und sorgt für eine wiederhergestellte gute Durchlässigkeit.  

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